AZ (München) Dienstag,19.06.2001

Magie mit 30 Saiten Logo

 

Verschränkungskunst:
Das Ensemble Go Guitars bei A.Devantgarde

 

Sanftes Sirren, flackernde Klang-Gewitter, surrende Säge-Sounds: Schon eine einzige E-Gitarre ist fast unerschöpflich. Aber fünf? Un-Erhörtes, Un-fassbares, Un-Erbittliches: Das war jetzt mit dem Münchner Ensemble Go Guitars (von "go", japanisch für "fünf") bei A.Devantgarde zu erleben. Ein riesiges Klangspektrum tat sich da auf - ob bei Fredrik Zellers rhythmisch extrem vertrackter Komposition "Mal Strom - mal kein Strom", beim leise schwebenden, adaptierten John-Cage-Stück "Five" oder bei Bernhard Weidners Uraufführung "Miniatur", die - mit Geräuschen und Sprecher vom Zuspielband - eine hochkomplexe Klangvielfalt wachsen und vergehen lässt. Und nicht zuletzt beim mit trockenen Tönen immens spannenden Solostück "MetA" des Ensemble-Mitglieds Gunnar Geisse. Nicht nur sperrig, sondern auch von sinnlichem Reiz sind die Sound-Verschränkungskünste des Quintetts (Christian Bergmann, Gunnar Geisse, Gregor Holzapfel, Harald Lillmeyer, Adrian Pereyra). Und der Knüller ist ihr Taufpaten-Stück: "Go Guitars" von Lois V. Vierk, in dem sich immer heftigere Glissandi zum ekstatischen Maschinenrhythmus steigern. Magie mit 30 Saiten!

Roland Spiegel

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