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Videojournalismus

Fernsehen aus dem Rucksack

Viele Videojournalisten arbeiten inzwischen für Privatsender. Doch auch ARD und ZDF schätzen immer mehr die Flexibilität dieser „Ein-Mann-Teams“. Schön für die Sender, dass sie damit gleichzeitig viel Geld sparen. Die Betroffenen lieben die größere Freiheit, die ihnen die Digitaltechnik beschert. Das Berufsbild des Fernsehjournalisten ändert sich. Ein Blick in die Praxis.

240 Millionen Steuermark für eine Formel-1-Strecke in den märkischen Sand gesetzt? Brandenburgs Wirtschaftsminister Burkhard Dreher pariert cool. Er wundert sich auch nicht, dass der Fernsehreporter allein gekommen ist, Kamera und Mikro selbst aufgebaut hat. Im Vorzimmer drängeln schon die nächsten Frager: ein Fünf-Mann-Team des ORB. Später wird der Einzelkämpfer seine investigative Story am Schreibtisch ohne die Hilfe eines Cutters fertig stellen. Das war vor acht Jahren. Damals waren Videojournalisten noch Pioniere, von den Kollegen mitleidig, spöttisch und mitunter argwöhnisch betrachtet. Das Misstrauen ist geblieben, aber das neue Berufsbild hat sich etabliert.

Videojournalisten müssen wie andere Reporter auch ihre Themen finden und recherchieren. Darüber hinaus müssen sie ohne fremde Hilfe einen Filmbeitrag drehen und schneiden. Sie müssen eine Digitalkamera und eine Software für den Filmschnitt beherrschen. Sie sind damit höher qualifiziert als herkömmliche TV-Journalisten. Sie sind stärker belastet und tragen eine höhere Verantwortung. Aber sie genießen auch einen größeren Freiraum für die eigene Arbeit.

Die technische Qualität der heutigen Digitaltechnik ist sendereif, und der Preis für das Equipment ist so niedrig, dass viele Videojournalisten darin ihre Chance für eine freiberufliche Arbeit sehen und in diese Technik investieren– je nach Ausstattung 10-20.000 €. Noch vor zehn Jahren hätte eine vergleichbare Ausrüstung in Analogtechnik das zwanzigfache gekostet.

Nun reicht es nicht, wenn man bei Aldi einige Kartons mit PC-Equipment und einer Videokamera auflädt. Um als Videojournalist Profi zu werden, müssen Zeit und Geld für Schulung aufgewandt werden. Die Angebote auf dem freien Markt (vgl. Kasten) reichen von zwei Tagen (sicherlich zu wenig) bis zu drei Wochen (das Minimum für Basiskenntnisse). In jedem Fall sollte auf den Schnellkurs eine intensive Trainingsphase folgen, um im harten Kampf um News und Storys bestehen zu können.

Wegen der erforderlichen Bild- und Tonqualität werden von Videojournalisten handliche Drei-Chip-Kameras eingesetzt. Infrage kommen die aktuellen Modelle von Canon (XL2), Panasonic (DVX100A) und Sony (PD170); die jeweiligen Vorgänger-Modelle sind ebenfalls verbreitet. Sie wiegen um zwei Kilogramm und kosten zwischen 3.500 und 5.500 € ohne das obligatorische Zubehör (vgl. unten), das noch einmal den gleichen Betrag verschlingt. Solche Kameras werden von Broadcast-Händlern verkauft, nicht über den normalen Fotohandel.

Man muss seine Mühle im Schlaf beherrschen, jeden Knopf. Die Hersteller werben mit Automatiken an der Kamera. Aber es gibt gute Gründe, sie alle abzuschalten. Die Schärfe wird vom Linsensystem häufig nicht korrekt ermittelt. Bei ungünstigem Licht wandert sie sogar hin und her, sie „pumpt“. Solche Szenen sind unbrauchbar. Besser, man verlässt sich auf den Sucher und das eigene Auge.

Die Belichtung wird durch drei Faktoren bestimmt: Blende, Gain und Shutter. Auch hier sollte auf die entsprechenden Automatiken verzichtet werden. Man riskiert unschöne Lichtschwankungen im ganzen Bild, bloß weil sich die Helligkeit in einem kleinen Ausschnitt verändert (z.B. wenn ein Auto durch die Szene fährt).

Man sollte ein Stativ benutzen, wenn immer dies möglich ist. Zappelbilder halten zwar einige Fernsehredakteure für kreativ. Sie verraten aber eher den Amateur hinter der Kamera. Die kleinen Handhelds sind viel unruhiger als ihre großen, schweren Brüder, die auf die Schulter aufgesetzt werden.

Das in die Kamera eingebaute bzw. mitgelieferte Mikrofon reicht in der Regel höchstens zur Aufnahme von Geräuschen. Am besten, man tauscht es von vornherein aus gegen ein kurzes, professionelles Mikro. Für Interviews müssen zwei Ansteckmikros und ein Richtmikrofon mit einer Tonangel her, und natürlich ein fest das Ohr umschließender Kopfhörer. Zu einer guten Ausrüstung gehören auch ein Sender und Empfänger für eine drahtlose Verbindung zwischen Mikrofon und Kamera. Die Zubehörliste lässt sich fast beliebig verlängern: Zusatzakkus, Weitwinkelvorsatz, Windschutz, Regenschutz, Filter, Linsenfernbedienung. Die Ausrüstung des Autors passt in einen speziellen Videorucksack. Seine Größe ist gerade noch als Fluggepäck zugelassen. Er hat einen stabilen ausziehbaren Griff an der Ober- und zwei große Rollen an der Unterseite. Rucksack mit Ausrüstung wiegen 13 Kilogramm.

Zur Vorbereitung einer Story gehören nicht nur die Recherchen. Für viele Locations werden Drehgenehmigungen benötigt, die mitunter etwas kosten. Auch manche Protagonisten verlangen Geld. Auf einem Blatt („Dispo“) werden alle Motive, ein Zeitplan, Hotels und Mitwirkende mit Telefonnummern vermerkt. Gleichzeitig stellt man damit sicher, dass keine Aufnahmen vergessen werden.

Bei den Aufnahmen selbst hält man sich als Anfänger am besten an bewährte handwerkliche Regeln, etwa die Five-Shot-Technik. Auf sie schwört der New Yorker Videograph Michael Rosenblum (seine Vier-Wochen-Kurse kosten 3.000 $ pro Kopf bei bis zu 16 Teilnehmern). Professionelle Kameramänner lösen die gefilmten Szenen immer schon so oder ähnlich auf: Nahaufnahme von Detail (Kugelschreiber, Kochlöffel, Werkzeug o.ä.), Gegenschuss groß auf den Protagonisten (Minister, Koch, Arbeiter), Blick über die Schulter des Protagonisten auf seine Hände, Halbtotale Arbeitsplatz, Totale des Raums. Alle Shots sind zehn Sekunden lang. So lässt sich fast jede Situation aufnehmen und später fehlerfrei schneiden. Zooms und Schwenks sind möglichst zu vermeiden.

Daheim beginnt die Arbeit am Computer. Der Markt für so genannte nichtlineare Schnittsysteme ist hart umkämpft. Als Videojournalist sollte man jedoch die preiswerte Amateursoftware vermeiden. Früher oder später wird man doch auf ein höheres System umsteigen und muss dann wieder büffeln, um die neue Software zu erlernen.

Im Profilager wetteifern vor allem Final Cut Pro von Apple (nur für Mac-Rechner) und Avid XP DV (für Mac und PC) um die Gunst der Filmer. Final Cut gibt es in den Versionen Express (299 €) und Pro (1.043 €), Avid als Xpress DV (720 €), Xpress Pro (1.966 €) oder sogar als Xpress Free (begrenzter Funktionsumfang zum Ausprobieren). Dazu kommen ein leistungsfähiger Rechner mit mehreren großen Festplatten, nach Möglichkeit zwei große Monitore plus Videomonitor sowie ein Lautsprecher.

Je nach Anforderung muss der Schnittplatz noch erweitert werden. Viele Sender akzeptieren zum Beispiel keine DV-Kassetten. Dann wird ein kostspieliger Studiorekorder zum Umkopieren fällig. Unter Umständen kann man ihn sich mit Kollegen teilen. Die Investition in den Schnittplatz sprengt leicht die Grenze von 10.000 €. Für den Anfang reicht aber vielleicht auch schon ein leistungsstarkes Notebook. Will man sicher gehen, dass die Schnittsoftware auch funktioniert, sollte man die Hardware-Empfehlungen der Hersteller befolgen und einschlägige Internet-Foren besuchen. Avid-Systeme gibt es in ganz unterschiedlichen Qualitäts- und damit auch Preisstufen. Sie werden in nahezu allen großen Studios eingesetzt. Ihre Benutzer-Oberflächen sind fast identisch, und die Daten der Low-End-Systeme können problemlos in die High-End-Geräte übernommen werden.

Den Schnitt lernt man durch Selbststudium (Manuals, Tutorials, Internet usw.), oder man belegt einen Kurs. Ein Videojournalist muss nicht alle Kniffe der mächtigen Software beherrschen, um anfangen zu können. Er will ja nicht Cutter werden. (Beispiel zum Verlauf der Lernkurve: Bisher konventionell arbeitende Cutter des Bayerischen Rundfunks wurden in vier Wochen auf Avid umgeschult).

Am Anfang eines Digitalschnitts steht das Loggen: Brauchbare Szenen werden benannt und zusammen mit ihren Timecodes in einer Schnittliste gespeichert. Dazu muss der Schnittplatz nicht belegt werden. Sogar auf einem PDA ist das Loggen möglich. Es kann also schon am Drehort oder während einer Reise vorgearbeitet werden. Schritt zwei ist das Digitalisieren des Materials: Die ausgesuchten Szenen werden auf die Festplatte des Computers kopiert. Loggen und Digitalisieren kosten etwa ein Drittel der Gesamtzeit des Schnitts. Dann folgt die eigentliche kreative Arbeit: Das Zusammenfügen und Trimmen der Szenen bis zum fertigen Film. Mit der Stoppuhr in der Hand wird schließlich noch getextet. Sprachaufnahme und Endmix des Tons beenden die Postproduction. Dieser Arbeitsgang erfolgt meist im Sender, denn Redakteure behalten sich gerne die Kontrolle des Films vor.

Wenn ein Videojournalist nicht auf Kosten seines Senders geschult wird und die Geräte gestellt bekommt, muss er erhebliche Vorleistungen erbringen. Er muss sich ausrechnen, ob sich Aufwand und Risiko lohnen. Zwei Beispiele: Die Auslandsredaktion des Bayerischen Rundfunks hat für einen in Island entstandenen 7 Minuten-Magazinfilm 3.937 € bezahlt. Der Etat musste reichen für Honorar, Geräteeinsatz, Flugticket, Leihwagen, Hotel, Spesen und die Mehrwertsteuer. Die Wirtschaftsredaktion des gleichen Senders zahlte für einen in Deutschland gedrehten 4 Minuten-Magazinfilm 3.280 €, ebenfalls inkl. MWSt. Auch dafür waren mehrtägige Dreharbeiten und eine Reise von München nach Hamburg erforderlich. Solche Preise bedeuten Selbstausbeutung des Autors. Ihr kann man nur entgehen, indem man auf solchen Reisen gleich mehrere Themen realisiert und verkauft.

Der fertige Film und alle dabei verwendeten Videokassetten, Musik-CDs usw. werden archiviert. Dazu sollte eine Datenbank eingerichtet werden, die ein rasches Auffinden einer bestimmten Szene ermöglicht. So kann eventuell später das wertvolle Rohmaterial noch für andere Projekte verwendet werden.

Technischer Fortschritt ist kaum zu stoppen. Wie Setzer und der Metteure aus der Zeitungsproduktion verschwunden sind, dürften künftig Kameraleute, Assistenten und Cutter nur ausnahmsweise in der aktuellen journalistischen Fernsehproduktion auftauchen. Videojournalisten werden ihren Job mit übernehmen. Sie werden auf dem Arbeitsmarkt gefragt sein.

Mehr Arbeit für weniger Geld?

Viele Videojournalisten arbeiten in einem rechtsfreien, um nicht zu sagen rechtlosen Raum. Werden ihnen Geräte gestellt, sind sie in der Regel freie Mitarbeiter und werden nach den Richtsätzen der jeweiligen Sender entlohnt. In den meisten Fällen treten sie aber als Auftragsproduzenten auf und schließen für jeden Einzelfilm einen Vertrag. Die Rechte des Sender sind darin spezifiziert (der Autor verliert alle Nutzungsrechte), die Vertragssumme pauschaliert. Der Videojournalist muss sehen, wie er mit dem angebotenen pauschalen Minutenpreis zurechtkommt.

In vielen Fällen offenbart eine detaillierte Kalkulation, dass sein Autorenhonorar, der einzige variable Kostenfaktor, unter dem seiner Kollegen liegt, die ihre Filme mit einem Hausteam realisieren. Dabei sind Videojournalisten höher qualifiziert. Sie haben in ihre Ausbildung und in ihr Equipment investiert. Ihre Belastung durch die Mehrfachfunktionen ist erheblich. Und sie tragen auch die unternehmerische Verantwortung für das Gelingen ihrer Story. Jeder Auftrag kann der letzte sein.

Der DJV fordert deshalb zu Recht eine Anhebung des Honorars für Videojournalisten. Klare Regeln müssen auch für Beiträge vereinbart werden, die von den vielen freien Produzenten geliefert werden. Ihre Kosten müssen angemessen berücksichtigt werden.

In der Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm wird ebenfalls eine lebhafte Diskussion um Pro und Contra dieses Berufsbildes geführt. Dabei wird nicht bestritten, dass der Videojournalismus auch eine neue Ausdrucksform ist und interessante Möglichkeiten eröffnet. Aber auf allen Ebenen der aktuellen und der dokumentarischen Produktion werden die Produktionszeiten verkürzt und die Honorare beschnitten. Längst fällig ist deshalb eine breite Diskussion über die Rahmenbedingungen für die Arbeit von Videojournalisten mit den Sendern und den Betriebs- und Personalräten.

Der Artikel wurde veröffentlicht im "journalist" 10/2004, dem Monatsmagazin des Deutschen Journalisten-Verbandes..

Der Spielfilm HEY! wurde am 30. März 2004 im Goethe-Institut Belgrad als ein Beispiel für den neuen experimentellen deutschen Spielfilm in einer serbisch untertitelten Fassung vorgestellt. Die Vorführung erfolgte im Rahmen der deutschen Kulturarbeit im Ausland. Vor dem Film stellte Instituts-direktor Volker Marwitz die beiden Produzenten Cornelia Bernoulli und Horst Stenzel vor. Bei einem anschließenden Umtrunk im Foyer nutzten zahlreiche Besucher die Gelegenheit zu Fragen an die angereisten Regisseure und ihre Arbeit.



Das serbische Fernsehen RTS2 strahlte den Spielfilm HEY! am 8. April um 23 Uhr in einer serbisch ´untertitelten Fassung aus. Und so las sich die Programm-Ankündigung des Senders:

Premijera eksperimentalnog igranog filma koji je došao kao poklon Vlade pokrajine Bavarske. Junakinje filma su dve sveže razvedene žene, obe iz sveta pozorišne i TV umetnosti. Klaudija radi TV serije, dok Karen priprema ulogu Hamletove majke. Njih dve kreću na put i zaustavljaju se u italijanskom delu Švajcarske gde im prijatelji daju na korišćenje planinsku kućicu. One odatle silaze i na filmski festival u Lokarnu gde se upoznaju sa Kenom Loučom. Izmedju dve žene razviće se intenzivan odnos koji će biti narušen onog momenta kada se pojavi biši muž od Karen

R
ežija: Kornelija Bernuli, Horst Štencl

Uloge: Kornelija Bernuli, Katarina Šic, Peter Holiger, Ken Louč


Buchbesprechungen:

Marius König (Herausgeber): Photoshop aktuell - Grundlagen und Praxis der professionellen Bildbearbeitung mit Photoshop. Ca. 1250 Seiten (Loseblattsammlung in 2 Ordnern), 2 CDs plus Trial-Version Photoshop 7.0. MEV Verlag August 2003, 148 Euro.

Wie viele Bücher sind zum Thema Photoshop schon gedruckt worden? Jedenfalls zeugt die Fülle von zwei Tatsachen: Zum einen ist das offizielle Handbuch von Adobe so spröde, dass keine Freude an dessen Lektüre aufkommt. Zum anderen zeigen die vielen Publikationen, wie beliebt diese Software ist. Sie ist der Standard schlechthin für graphische Arbeiten. Auch anspruchsvolle Videofilmer kommen kaum daran vorbei, Fotos in ihre Filme zu übernehmen, dank der Ebenen-Technik von Photoshop aus Standbildern sehenswerte Animationen zu zaubern, Key-Masken zu generieren usw.

Man sieht dem Programm auf den ersten Blick nicht an, wie komplex es ist und welche Möglichkeiten in ihm stecken. Wer auch nur etwas tiefer in die Materie einsteigen möchte, kommt deshalb an einem einschlägigen Fachbuch nicht vorbei. Aber welches nehmen?

Die Krönung ist ganz ohne Zweifel das Werk aus dem MEV-Verlag. Es wird in zwei eher unscheinbar aussehenden DIN A4-Ordnern ausgeliefert. Doch der Inhalt ist einsame Spitze. Er wird laufend durch Nachlieferungen aktualisiert. Selbstverständlich reagieren Herausgeber und Verlag auf Software-Updates. Man kann ohne Übertreibung sagen: Es gibt keine Frage zu Photoshop, die in Photoshop aktuell nicht beantwortet wird. Und sollte doch ein Zweifel übrig bleiben: Marius König beantwortet so etwas individuell und prompt. Im übrigen unterhält der Verlag eine sehr informative Website eigens für dieses Buch (www.photoshop-aktuell.de). Dort stehen auch Musterkapitel und verschiedene Tipps als Download bereit. Zusätzliche Anregungen und Links gibt es haufenweise.

Der Inhalt ist in neun Kapiteln thematisch gut gegliedert und außerdem über ein an den Anfang gestelltes Stichwortverzeichnis hervorragend erschlossen. Auf jeder Seite stehen zahlreiche farbige Beispiele, hervorgehobene Stichworte, Warnhinweise auf Programm-Bugs, Verweise auf die CDs und auf andere Kapitel. Die Reproduktionen der Bilder sind ausgezeichnet, es wurde erstklassiges gestrichenes Papier verwendet. Hunderte von exzellenten Photos sind auf zwei beigefügten CD-ROMs publiziert. So lassen sich die unglaublich vielen Beispiele durch den Leser nachvollziehen. Und diese Tutorials sind tatsächlich so anschaulich und verständlich, dass auch ein Anfänger damit keine Probleme haben sollte.

Auf den Silberscheiben sind außerdem Links zu den wichtigsten Info-Quellen zu Photoshop zusammengestellt. Es gibt ein Handbuch mit Praxistabellen für den Druckbereich, ein Glossar, das Stichwortverzeichnis.

Der Verlag stellt sich vor, dass das Werk am Arbeitsplatz eines Graphikers steht. Ich meine, auch ein Videofilmer sollte es unbedingt zu seinen Fachbüchern stellen. Das Einzige, was gegen Photoshop aktuell spricht, ist leider sein Preis. Aber wer bereits über 1200 Euro für die Software hingelegt hat, der sollte weitere 158,36 Euro für dieses Werk nicht scheuen, es ist gut angelegtes Geld. Der Verlag ist so von seinem Angebot überzeugt, dass er bei Nichtgefallen das Werk innerhalb von zwei Wochen zurücknimmt. Erst danach kommt eine Rechnung.

Das gute an dem Werk ist, dass es laufend ergänzt wird. Die nächste Erweiterung erscheint Ende Februar 2004 und enthält dann Programm-Updates für die neue Version Photoshop CS. Allerdings haben auch diese Ergänzungslieferungen einen stolzen Preis: 54,57 Euro. Dafür ist der Verlag sehr flexibel. Er möchte zum Beispiel das Kapitel über Photoshop und Videoschnitt künftig noch weiter ausbauen.

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Webdesign
Avid XP Pro

Helma Spona (Herausgeberin): Web-Design Aktuell - Grundlagen und Praxiswissen für professionelles Gestalten von Web-Auftritten. Ca. 400 Seiten (Loseblattsammlung in Ringordner), 1 CD plus Demo-Versionen verschiedener Web-Design-Software, MEV Verlag, September 2003, 113,68 Euro

Wer Filme macht, sucht auch ein Publikum. Deshalb weisen viele Filmer auf einer eigenen Homepage auf ihre Arbeiten hin. Und da das Geld für solche Nebenaktivitäten knapp oder überhaupt nicht vorhanden ist, sind diese Seiten meistens selbst gestrickt. Und so sehen sie denn auch oft aus. Wer einen professionelleren „Auftritt“ will, geht in die Buchhandlung und erschrickt dann über die dort angebotenen Web-Wälzer. Ihr Preis scheint sich proportional zur Dicke des Buches zu entwickeln.

So lautet mein Rezept: Selfhtml aus dem Internet (http://selfaktuell.teamone.de/) vermittelt gratis Grundbegriffe der Web-Programmierung. Mit GoLive oder Dreamweaver gelingt die Herstellung einer eigenen Website auch ohne große Vorkenntnisse. Die Programme und passende Vorlagen gibt’s im Fachhandel oder – billiger – bei Ebay. Wenn es nicht unbedingt die aktuellste Version sein muss, kostet das nur einige Euro. Ist man erst einmal bei der Arbeit, packt einen schnell der Ehrgeiz. Und das bedeutet: Tiefer einsteigen in die Materie.

Web-Design Aktuell ist ein Arbeitsbuch, das genau in dieser Phase benötigt wird. Es schafft den Überblick, der sonst angesichts der vielen Programmiersprachen verloren zu gehen droht. Eine klare Gliederung führt den Leser rasch zu den benötigten Infos. Es gibt zahllose Beispiele dafür, wie Websites so gestaltet werden, dass sie nahezu alle Browser darstellen können. Alle wichtigen Techniken der Web-Programmierung werden besprochen, ohne dass sich die Autoren in Details verzetteln. Die vorgestellten Beispiele und ihre Programmcodes sind nachvollziehbar und liegen auf der beigefügten CD-ROM bereit zum Kopieren in den eigenen Quellcode.

Es ist kein Werk, das fertige Websites anbietet. Wohl aber sind die vielen Aufsätze gespickt mit praxisnahen Tipps, die in die eigene Arbeit eingebaut werden können. Seite für Seite dringt der Leser weiter vor in die Welt der Internet-Programmierung. Es ist eine Welt, in der es wimmelt von Abkürzungen: ASP und CSS, DHTML und MySQL, Java und Javascript. Auf alles gehen die Autoren ein, ohne gleich sämtliche Befehle dieser Sprachen vorstellen zu wollen. Ein ganzer Lehrgang zu PHP ist in Kapital 8 versteckt. Dank dieser vorsichtigen Dosierung wird selbst ein Leser mit nur rudimentären Programmierkenntnissen den Ordner nicht vor lauter Frust zuklappen.

Der MEV-Verlag setzt auf Aktualisierung. Zum Werk gibt es einen Email-Newsletter und drei- bis viermal jährlich einen Nachtrag (51 Euro/Jahr). Web-Software ist kurzlebig. Dem Nutzer von Web-Design Aktuell bleibt es dank dieser Updates erspart, sich ständig neue Literatur zu besorgen, wenn wieder einmal eine neue Software-Version erschienen ist. Im nächsten Nachtrag ist das Wichtigste berücksichtigt.

Gewiss kann man sich in unzähligen Foren zum Thema Web umschauen. Wahrscheinlich wird man dort fündig, wenn die Lösung für ein bestimmtes Problem gesucht wird. Dieser Weg ist preiswert, dafür aber zeitraubend. Ich würde eher zu dem Praxishandbuch greifen. Vergleiche mit anderen Fachbüchern sind dem Interessenten aber nur schwer möglich, weil Werke aus dem MEV-Verlag kaum in Buchhandlungen einsehbar sind.

Gunther Weis: Avid Xpress Pro und Xpress DV4. Das Praxishandbuch für die Windows- und Macintosh-Versionen des Schnittsystems.. 284 Seiten, mediabook Verlag, August 2004, 47 Euro.

Wer seine Filme erstmals mit einem Avid-System schneiden möchte, der steht dieser mächtigen Software fast ohnmächtig gegenüber. Lässt er sich darauf ein, dann erlernt er ein fundiertes Wissen, das auch professionell verwertet werden kann. Nahezu alle TV-Sender und die meisten Postproduction-Studios setzen Avid-Schnittsysteme ein – auch wenn mit FinalCut Pro eine mächtige Konkurrenz entstanden ist. Die Bedien-Philosophie aller Avids ist nahezu identisch; auch die mit der DV-Version Xpress produzierten Filme können auf ein großes System übertragen und nachbearbeitet werden. Wer sich mit Xpress Pro auskennt, der kann auch einen Media Composer bedienen. Es lohnt sich also, sich damit zu befassen. Eine stark abgespeckte, aber voll funktionsfähige Version dieser Schnittsoftware gibt es gratis bei http://www.avid.com/freedv/. Die kommerziellen Varianten kosten 620 Euro (XPressDV4) bzw. 1.700 Euro (Xpress Pro). Preiswerte Schulungsversionen werden ebenfalls angeboten. Avid stellt umfangreiche Acrobat-Handbücher bereit, die auf die meisten Fragen auch eine Antwort anbieten: 854 Seiten das Grundwerk, weitere 242 Seiten die Ergänzung, 163 Seiten die Farbkorrektur, 310 Seiten über die Effekte, 108 Seiten über den EDL-Manager. Materialien in deutsch, die kostenfrei zum Download bereitstehen: http://support01.avid.com/support/ProdRef.nsf/DocsR3?ReadForm&Start=1&Count=30&Expand=3.1

Trotz oder gerade wegen dieser Materialfülle hat das Buch von Weis seine Berechtigung. Es ist eine gründliche Überarbeitung und Aktualisierung seiner Publikation über die Programmversion Avid 3.0/3.5. Weis liefert den nötigen Durchblick. Der Anfänger bekommt eine Chance, in die komplexe Materie überhaupt einzudringen. Die Unterschiede in den Versionen DV4 und Pro werden jeweils kenntlich gemacht. In 18 Kapiteln werden alle wesentlichen Funktionen in einer klaren und verständlichen Sprache besprochen. Das Werk ist nicht nur ein hervorragendes Lehrbuch, sondern auch ein nützliches Nachschlagewerk für die tägliche Arbeit. Die gute Gliederung des Textes und die Fülle der Abbildungen und Screenshots - meist mehrere auf einer Seite - erleichtern das Verständnis. Dass die Bilder schwarz/weiß sind, stört dabei nicht. Erfreulich ist, dass das Buch unabhängig vom Hersteller entstanden ist. So wird nicht das hohe Lied auf ein Produkt gesungen, sondern auch auf Schwachpunkte und deren Umgehung eingegangen. Auf nahezu jeder Seite gibt es solche durch eine symbolische Glühbirne und kursive Schrift hervorgehobene Tipps.

Weis versteht es, den sinnvollen Einsatz der vielen Funktionen zu erklären. Das Wie ergibt sich dann fast von selbst. Ein Beispiel: In dem offiziellen Avid-Handbuch sind etwa vier Seiten den Super-Bins gewidmet. Es wird genau erklärt, wie sie bzw. die darin enthaltenen normalen Bins aktiviert, geöffnet, geschlossen, verschoben, kopiert, gelöscht werden. Da kann man nichts falsch machen. Aber es bleibt die Frage, wozu das Ganze? Weis kommt in seinem Buch zum gleichen Thema mit einer guten Seite aus – und man weiss nicht nur, wie es geht, sondern vor allem auch, wie man dieses nützliche Feature einsetzt.

Ein anderes Beispiel: Der Schnitt in der Timeline, das Trimmen, die Slip & Slide-Techniken, der Segment-Modus nehmen in der offiziellen Dokumentation einen breiten Raum ein. Es wird schrittweise genau erklärt, und trotzdem ist der Text nicht leicht verständlich. Weis dagegen konzentriert sich auf das Wesentliche, und die Funktionen werden einleuchtend. Wenn man so weit in die Materie eingedrungen ist, ist die genaue Erklärung jedes einzelnen Tastendrucks nicht mehr nötig. Das verschafft den Überblick.

Notgedrungen streift der Autor manches nur am Rande. Da helfen dann die offiziellen Wälzer weiter. Diese werden also nicht überflüssig. Doch wer das Praxishandbuch von Weis zur Verfügung hat, der wird bei einem auftauchenden Problem sicherlich zuerst dort nachblättern.

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