HEY! DER FILM
stenzelfilm
  

Spielfilm Deutschland / Schweiz 2003/2004. 106 Min. Produktion: cb film Basel / Stenzel-Film München. Buch: Cornelia Bernoulli; Regie: Cornelia Bernoulli, Horst Stenzel. Darsteller: Cornelia Bernoulli, Katharina Schütz, Peter Holliger. Special Guests: Ken Loach, Sabine Schroth, Sönke Wortmann u.a.. Musik: Bruno Hetzendorfer. Schnitt: Horst Stenzel. Produziert auf DVCAM. Verfügbar außerdem auf DigiBeta, BetaSP, DVD und VHS.

  
  
Eine Preview des Films fand statt am Samstag, 17.Januar 2004 im Kino "Maxim", München, Landshuter Allee. Ein Quicktime-Film steht als Streaming Video im Produktionstagebuch bereit.

 

Der Spielfilm Hey! ist ein Experiment. Im Stil nähert er sich den dokumentarischen filmischen Strukturen. Reale Szenen werden eingebunden in eine vorgegebene Handlung. Nur die Szeneninhalte sind fixiert, die Dialoge werden improvisiert. Das bedeutet permanente Präsenz für die Schauspieler. Sie sprechen keine distanzierten, gelernten Rollen, sondern bringen sich nahe am eigenen Erleben sehr persönlich ein.

Auf dem Fundament von präzise vorbereiteten Lebensläufen der Figuren wird die fiktionale Story improvisiert: Die Locations werden nicht für den Film her- oder eingerichtet, sondern so genutzt, wie sie vorgefunden werden.

Experimentell ist auch die Entstehungsgeschichte von Hey!. Der Video-Film entstand ohne Filmförderung und bisher ohne Beteiligung von Fernsehsendern. Unser fertig gestellter Film beweist, dass ein solches Projekt mit kleinstem Team und mit größtem Engagement realisierbar ist.

In der Geschichte zwischen zwei Freundinnen, die sich schon seit Kindertagen kennen, wird das Thema von Sein und Schein, von Realität und Spiel, auf verschiedenen Ebenen variiert. Die Freundinnen brechen zu einer Reise ins Tessin auf. Die Schauspielerin Karin lebt nach einer dramatischen Trennung von ihrem Lebensgefährten seit einigen Wochen bei ihrer Freundin Claudia in München. Claudia ist seit kurzem geschieden. Sie arbeitet als Autorin an Fernseh-Serien.

In den bevorstehenden gemeinsamen Ferien will sie sich ihrem Roman widmen. Der Prozess von Claudias im Tessin entstehenden Romans zieht sich mit optisch abgesetzten Sequenzen durch den Film: Das Thema verschiedener Identitäten wird in der Romanebene aufgegriffen.

Karin bereitet sich auf eine Theaterrolle vor. In Shakespeares „Hamlet“ soll sie die Mutter des dänischen Prinzen spielen. Freunde haben den Frauen ein Rustico, eine typische Tessiner Berghütte, oberhalb des Lago Maggiore zur Verfügung gestellt. Karin freut sich vor allem auf das in dieser Zeit stattfindende Filmfestival in Locarno. Es ist für sie eine gute Gelegenheit, berufliche Kontakte zu pflegen.

Das ist die Ausgangssituation für die stark auf Beziehungen der beiden unterschiedlichen Frauen aufbauende Handlung. Die offene, verspielte und direkte Art des Umgangs der Schauspielerin Karin steht der eher verschlossenen Figur der Autorin Claudia gegenüber. Diese ist die Fragende und Suchende. Man erkennt ihr Inneres in den Romansequenzen.

Es ist ein Film, der auf die menschlichen Zwischentöne setzt. Spontan sich entwickelnde Emotionen erhalten Raum. Sie äußern sich auch in den „Reinlege-Spielchen“ der beiden Frauen. Diese haben sie im Laufe der Jahre zu einer Tradition entwickelt. Manchmal sind die Spielchen heiter, manchmal schockierend, gelegentlich enden sie in einer bösen Überraschung.

Auf die Spitze getrieben führen die Spiele aus der unbekümmerten sommerlichen Stimmung plötzlich an die Grenzen menschlicher Existenz. Die Geschichte zwischen den Frauen nimmt ein abruptes Ende.

Die Schauspielerin Cornelia Bernoulli und der Dokumentarfilmer Horst Stenzel haben mit HEY! ihren ersten Spielfilm realisiert. Das Duo hat bereits etliche Drehbücher zusammen geschrieben.

 

Ken Loach, Ehrenpreisträger des Filmfestivals Locarno 2003 und special guest von HEY!, zum Thema Dokumentation und Spielfilm

"In a real documentary what you see in front of the camera would happen anyway. It would happen even if you were not there to take a picture of it. So you sometimes tend to see just the surface. It may be important the surface. But sometimes you only see the surface, whereas with fiction you can go to the hearts of peoples feelings or peoples conflicts or family conflicts, things that are privat. I think it becomes as the difference of a novel which is fiction and a pamphlet which is documentary. The fiction should be more profound.

And sometimes documentaries have more credibility because the audience will see it and say “Well, I know this is true, because I can see it it is true”, whereas fiction you might feel that the filmmaker is not beeing talionic because that make me more sentimental, more emotional. I think both has values. In the end fiction is the more complex, the more profound."

 

Hauptseite Stenzelfilm Hey! Das Team Hey! Das Echo Hey! Das Tagebuch Musik für Otorongo Archiv Stenzelfilm Meine 7 Sachen Lesungen C Bernoulli Shop & Kontakt