MUSIK FÜR DEN OTORONGO INTERVIEW

stenzelfilm
  

Dokumentation Deutschland 2002. 59 Min. P: Stenzel-Film. Autor Horst Stenzel. Assistenz Cornelia Bernoulli. Produziert auf DVCAM in Grossbritannien und Peru. Deutsche und englische Sprachfassungen. Im Shop erhältlich auf DVD und VHS.

  

DER FILM LIEF AM 8. MAI 2003 BEIM 18. INTERNATIONALEN DOKUMENTARFILMFESTIVAL MÜNCHEN 2003, AUSSERDEM IN EINER 30 MINUTEN-VERSION AM 7. JULI 2002 AUF 3SAT.

 

Interview mit Horst Stenzel und Cornelia Bernoulli

 

Ihr beide arbeitet im Team zusammen. Welche Vorteile hat das?

HS: Tatsächlich haben wir schon eine ganze Reihe von Dokumentarfilmen gemeinsam realisiert. So sind wir eingespielt, und das vereinfacht die Zusammenarbeit. Diese Kooperation zieht sich durch die ganze Produktion bis zur Endmischung. Vier Augen sehen mehr als zwei, und mancher Fehler wurde so vermieden.

CB: Fast noch wichtiger aber ist, dass wir leichter den Zugang finden zu unseren Protagonisten. Je nach Situation tritt Horst oder ich in den Vordergrund.

Gab es besondere Schwierigkeiten bei den Dreharbeiten zu Musik für den Otorongo?

HS: Mehrfach wurden wir behindert und sogar bedroht.

CB: Horst haben sie bei einer Demo versucht, die Kamera kaputt zu schlagen.

HS: Für Umweltschutz besteht in Südamerika nur geringes Verständnis. Gewalt ist an der Tagesordnung. Ein Menschenleben ist nicht viel wert. Für einen längeren Ausflug in den Dschungel hat sich unser Protagonist Huayqui deshalb Polizeischutz erbeten. Das ist dann schon eine merkwürdige Situation, wenn ein friedlicher Naturfreund eskortiert von vier mit Maschinenpistolen bewaffneten Uniformierten aufbricht.

CB: Die Polizisten waren übrigens sehr nett. Sie haben sogar unser Stativ getragen, obwohl sie selbst jeder einen großen Rucksack und die Waffen mit sich trugen.

HS: Andererseits haben wir wiederholt gesehen, dass Polizeiposten auf offener Piste fern vom nächsten Ort Autos anhalten und deren Reservebenzin „beschlagnahmen“. Wir selbst sollten einmal eine Art Wegezoll in Dollars entrichten. Unser einheimischer Fahrer versprach, das auf dem Rückweg zu erledigen. Es war ihm äußerst peinlich, dass wir diese Räuberei mitbekamen.

Wie funktionierte die Zusammenarbeit mit Huayqui?

CB: Viele Menschen, die in abgelegenen Gebieten leben, haben einen anderen Zeitbegriff. Auch Huayqui. Als er gleich anfangs ein paar Mal zu spät kam, meinte er dann treuherzig, er brauche vielleicht doch eine Uhr. Ich habe ihm dann meine gegeben. Am Ende des Drehs bekam ich sie dann zurück. Da hatte er sich dann selber eine gekauft.

HS: Wir konnten uns den Luxus einer langen Drehzeit aus Etatgründen nicht leisten. Wir haben dann immer am Abend das Programm vom nächsten Tag besprochen. Huayqui sah sofort ein, dass eine straffe Arbeit wichtig war für das Gelingen.

Habt Ihr die Abläufe vorgegeben, wo und was gedreht wird?

HS: Nein, das hat unser Protagonist selbst organisiert. Wir haben ihm gleich am ersten Tag erklärt, wie wir uns die Zusammenarbeit vorstellen. Er sollte – natürlich möglichst komprimiert – seine Treffen und Aktionen selbst organisieren und abhalten. Und wir sind ihm dann fast auf Schritt und Tritt gefolgt.

CB: Wir haben bewusst keine Drehs inszeniert, nachdem wir sehr schnell feststellten, dass unsere Methode überzeugend gut funktionierte. Aber sicher ist das kein allgemein gültiges Rezept.

Noch ein Wort zur eingesetzten Technik.

HS: Wir haben den Film auf DVCAM gedreht, mit einer handlichen Sony PD 150. Das mitgelieferte Kamera-Mikrofon wurde durch ein kurzes Neumann-Richtmikro ersetzt, das hat die Qualität des Kamera-Tons erheblich verbessert. Normalerweise wurde der Ton zusätzlich geangelt, ebenfalls mit einem Neumann-Mikro, das über SQN3 kontrolliert wurde Unseren Century-Weitwinkel-Vorsatz haben wir sehr sparsam eingesetzt, weil jede Zusatzlinse die Bildqualität mindert. Als Support für die Kamera setzten wir ein leichtes Sachtler-Stativ sowie ein DV Steadicam von Cinema Products ein. Beide haben die gleiche Schnappplatte von Manfrotto, so dass sehr rasch und flexibel gearbeitet werden konnte. Wir wollten mit vorhandenem Licht auskommen, aus damit unsere Ausrüstung nicht zu sperrig wird. Wir hatten allerdings einen starken Akku-Gürtel von Cine 60 und eine 150 W-Lampe für Notfälle dabei. Geschnitten wurde mit Avid Xpress DV.

 

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