MUSIK FÜR DEN OTORONGO DOKUMENTATION
stenzelfilm
  
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Dokumentation Deutschland 2003. 59 Min. Produktion: Stenzel-Film. Autor: Horst Stenzel. Assistenz: Cornelia Bernoulli. Produziert auf DVCAM in Grossbritannien und Peru. Deutsche und englische Sprachfassungen. Verfügbar in professionellen Videoformaten (auf Anfrage) sowie im Shop auf DVD und VHS.

  
Der Film lief am 8. Mai 2003 beim 18. Internationalen Dokumentarfilmfestival München 2003, außerdem in einer 30 Minuten-Version am 7. Juli 2003 auf 3SAT. Ein Interview mit den Machern gibt es hier.

 

Huayqui Oceano liebt das Leben in seiner peruanischen Heimat. Ein asketisch lebender Indio, der seine aus England stammende Frau Naomi umhegt, seine drei Kinder Inti, Kiya und Qori und die wilde Natur in seiner Nachbarschaft. Seine Heimat, das ist das Provinzstädtchen Moyobamba im Quellbecken des Amazonas.

Es ist ein Gebiet, das von den trockenen Ebenen am Pazifik durch die Anden getrennt ist. Hier ist die Vegetation üppig, das Klima feuchtwarm, das Quellwasser von Erdwärme aufgeheizt. Und obwohl Moyobamba so abgelegen ist, dass sich nur gelegentlich Geländewagen auf den staubigen Pisten bis hierher durchschlagen, ist diese pralle Natur gefährdet – durch Öl-Prospektoren der großen Mineralölkonzerne, durch wilde Brandrodung peruanischer Campesinos und durch illegale Pelzjäger. Vor allem die wenigen noch vorhandenen Jaguare sind vom Aussterben bedroht.

 

Huayqui entlockt einem Dutzend Instrumente Töne, die wild sein können oder unheimlich, einfühlsam oder herb. Seine musikalischen Quellen liegen in der traditionellen Musik Perus. Und doch haben seine selbst komponierten und arrangierten Stücke nichts gemein mit dem bekannten Panflöten-Klischee.

 

Dieser Mann verwirklicht sich einen Traum. Er hat sein Leben ganz der Natur gewidmet. Auch sein musikalisches Talent setzt er dabei ein. So hat er Platten aufgenommen, deren Erlös dem Otorongo Holistic Ecology Centre zu Gute kommen – eine kleine NGO zur Rettung des Otorongo, des Jaguars, ein Symboltier der untergegangenen Inka-Kultur. Huayquis Ziel ist ein Natur-Reservat, in dem die Wildkatzen zusammen mit vielen anderen Tierarten ungestört leben können. „Our vision and mission are to work inspiring in the local population the respect for the Forest and thus the appropriate and sustainable use of the natural resources.“ In einem Land, das gegen Hunger und Armut, Kriminalität und Ausbeutung kämpft, ist Huayquis Vision ein sehr hoch gestecktes Ziel.

 

Der Film führt ein in sein Leben und seinen Kampf für eine Natur, die vom Menschen respektiert und erhalten werden muss. Er möchte durch seinen eigenen Lebensstil, durch sein unbeirrtes Eintreten für eine bessere Welt und nicht zuletzt durch seine hinreissende Musik die Menschen von seinen Idealen überzeugen – weit über seine engere Heimat Moyobamba und über Peru hinaus.

 

Wer für solche Überzeugungen kämpft, der führt in Südamerika ein riskantes Leben. Schon der Besuch von abgelegenen Siedlungen ist nur mit Polizeibegleitung gefahrlos möglich. Umweltschützer in dieser Region müssen immer damit rechnen, persönlich angegriffen zu werden. Es kostet hier nicht viel, einen unbequemen Kritiker aus dem Wege zu räumen. Huayqui aber lässt sich von solchen Ängsten nicht einschüchtern.

 

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